Hallo liebe Freitagsphilosophierende,

heute möchte ich Sie und Euch mit einer kurzen Betrachtung zur materialistischen und idealistischen Lebenseinstellung erfreuen. Als Vorbetrachtung möchte ich noch einige Begriffsdefinitionen vornehmen.

Materialismus ist die am Haben orientierte Lebensweise, welche sich ausschließlich an Besitztümern orientiert.

Idealismus ist die am Sein orientierte Lebensweise, welche sich fast ausschließlich am aktiven tätig sein orientiert.

“Wer bin ich, wenn ich bin, was ich habe, und dann verliere, was ich habe?” (Erich Fromm)

Rein logisch betrachtet bin ich überhaupt nichts mehr. Die größte Gefahr des Materialismus (haben orientierte Lebensweise im Gegensatz zum Idealismus als sein orientierte Lebensweise) besteht demnach darin, zu werden was ich habe und nicht darin, zu verlieren was ich habe. Im Gegenteil, der Verlust der materiellen Dinge gibt mir eine große Chance, denn ich erkenne spätestes zu diesem Zeitpunkt, dass ich nach einer falschen Lebensweise gelebt habe. Ich habe mich soweit menschlich entfremdet, dass ich zu dem geworden bin, was ich besaß. Diese Entfremdung gibt mir jedoch die Möglichkeit, zwischen der Außenwelt und mir selbst zu unterscheiden. Ich erkenne jetzt die Außenwelt als ein Objekt, welches nicht zu mir gehört. Das ermöglicht mir wiederum, die Außenwelt zu erkennen und sie zu gestalten. Ich verkehre damit den Vorgang in das Gegenteil, weil jetzt ich die Umwelt gestalte, und sie nicht mich.

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